genuss momente

Beitrag: Zu Gast bei den Innviertler Gauchos | Ausgabe April 2026. Erhältlich in den Filialen: BILLA, BILLA PLUS, SPAR, INTERSPAR

INTERVIEW: CHRISTINA KITTLER

„Ayyyaaaayyyaaaayyyy – como estas amigo…

Buenos días!“

So öffnen die Innviertler Gauchos Karin und Matthias Murauer ein Tor zwischen Argentinien und dem Innviertel – und vor allem zwischen Mensch und Genuss. Was als spontaner Genussstopp in einem kleinen Ort begann, entwickelte sich zu einer Herzensangelegenheit: einer Angus-Zucht, bei der Geschmack, Nachhaltigkeit und Respekt vor Tier und Natur ganz oben stehen. Auf rund zwanzig Mutterkühen in der oberösterreichischen „Pampa“ – wie sie Aichet liebevoll bezeichnen -, biologischer Kreislaufwirtschaft und einer Direktvermarktung, die Genuss zu einem ganz persönlichen Erlebnis macht, basiert das einzigartige Konzept. Hier bedeutet Fleisch nicht nur Essen – es bedeutet Herkunft, Qualität und Wertschätzung. Die Karin und Matthias erzählen von ihrer Idee, von ihrem Antrieb und zeigen, dass bewusster Genuss und nachhaltig gedachte Landwirtschaft kein Widerspruch, sondern eine kulinarische Bereicherung sind.

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, eine eigene Angus-Herde in Oberösterreich aufzubauen?

Karin:
Alles begann in einem kleinen Städtchen namens Uspallata in Argentinien. Während unserer siebenmonatigen Reise durch Süd- und Nordamerika machten wir dort einen ungeplanten Stopp. Nach der dritten Grillerei am Campingplatz fragten wir bei der kleinen Carnicería nach, welche Rasse dieses vorzügliche Fleisch ist. „Angus“ war die Antwort. Und so entstand der erste Gedanke für unsere eigene Angus-Herde in der oberösterreichischen „Pampa“.

Was unterscheidet euren Betrieb in Sachen Nachhaltigkeit von anderen?

Matthias:
Im landwirtschaftlichen Bereich versuchen wir uns mit der biologischen Kreislaufwirtschaft. Das bedeutet, ganz grob gesagt, dass alles, was am Betrieb erwirtschaftet wird, auch am Betrieb bleibt.

Wie lebt ihr diesen Kreislaufgedanken im täglichen Umgang mit euren Tieren und Flächen?

Matthias:
Für uns heißt das, dass wir unseren Tieren Futter von unseren Flächen verfüttern. Als Dünger wird bei uns in kompostierter Form nur das verwendet, was bei unseren Kühen hinten wieder rauskommt.

Wie ist eure Herde aufgebaut und wie läuft das vom Kalb bis zum Verkauf bei euch ab?

Karin:
Derzeit umfasst unsere Herde zwanzig Mutterkühe. Die Kälber kommen zwischen Jänner und März auf die Welt und bleiben bis in den späten Herbst bei ihrer Mutter. Erst dann werden die Kälber abgesetzt, also von der Mutter getrennt, und der ganze „Kälber-Kindergarten“ wandert als Absetzer zu unserer zweiten Herde der Jungtiere.

Dort wachsen sie auf, bis sie zwischen zwei und zweieinhalb Jahre alt sind. Je nach Bedarf werden ein bis drei Tiere pro Verkaufstag stressfrei erlegt. Ab Hof gibt es bei uns somit nur Angus, die bei uns geboren wurden.

Seit wann gibt es euren Hofladen und was passiert eigentlich von der Schlachtung bis zur Abholung?

Karin:
Seit 2021 ist unser Hofladen, ein umgebauter Gewölbestall, in Verwendung. Dieser befindet sich gleich im Anschluss an den Stall unserer Jungherde. Hier werden die Auserkorenen ganz stressfrei erlegt und direkt vor Ort zerlegt.

Nach rund fünf Wochen Reifezeit werden die Vorbestellungen individuell vorbereitet. Geschnittenes und Faschiertes wird in Gläsern mit Pfandsystem verpackt. Egal ob Brisket im Ganzen, Fledermaus oder zwei Schnitzel zum Probieren – bei uns kann der Kunde ganz individuell bestellen und viermal im Jahr im Hofladen abholen.

Was passiert mit dem Rest vom Tier? Und was ist eigentlich der „Rest“?

Matthias:
Neben Fleisch besteht ein Angus aus einem beträchtlichen Teil an Knochen, Haut, Organen und Fett. Wir schätzen unsere Tiere sehr und versuchen diese Wertschätzung umzusetzen, indem wir möglichst alles verarbeiten.

Die Häute bringen wir nach Nußdorf am Attersee, wo sie mit teils vegetabiler Gerbung zu Fell oder Leder verarbeitet werden. Auf Wunsch gibt es Black- und Red-Angus-Fellteppiche sowie Leder-Grillschürzen.

Karin:
Die Knochen werden zu einem konzentrierten Fond verarbeitet. Aus der Leber entstehen knusprige Leberknödel, die vor jedem Verkaufstag frisch gebacken werden. Das Fett wird ausgekocht und unter anderem für Outdoor-Kerzen eingesetzt.

Und wie soll eure Zukunft aussehen? Was ist eure langfristige Vision?

Matthias:
Als langfristiges Ziel haben wir uns gesetzt, regenerative Landwirtschaft zu betreiben. Für unsere Flächen heißt das: mithilfe von Rotationsweide, Hecken- und Baumpflanzung, Diversität in der Fruchtfolge und minimaler Bodenbearbeitung Humus aufzubauen.

So wollen wir durch Bodenverbesserung besser für die immer wärmeren und trockeneren Sommer gerüstet sein. Zusätzlich ermöglicht der Humusaufbau eine bessere Speicherung von CO₂ und Wasser im Boden.

Karin:
Es gibt also noch vieles, das nur darauf wartet, umgesetzt zu werden. Und wenn neben der ganzen Arbeit und den vielen Ideen doch mal Zeit bleibt, drehen wir mit unseren Quarter Horses gerne eine Runde im Wald.

Solche Zukunftsvisionen umzusetzen und euren Betrieb neben dem Familienleben so zu führen, wie ihr es tut, kostet bestimmt viel Kraft und Zeit – was macht dieses Leben für euch trotzdem so besonders?

Matthias:
Der schönste Gedanke ist, dass wir etwas bewirken können. Es liegt in unserer Hand zu entscheiden, wie wir unseren Betrieb führen möchten, welche Auswirkungen wir auf Mensch und Umwelt haben und wie wir diese positiv beeinflussen können.

Außerdem machen immer neue Herausforderungen diese abwechslungsreiche Arbeit kurzweilig. Landwirt zu sein heißt für mich nicht nur Arbeit, sondern mein Hobby zum Beruf zu machen. Es kostet Kraft und Zeit, aber es ist jeden Tag aufs Neue eine Freude.

Karin:
Natürlich gibt es sehr anstrengende Arbeiten, ich nenne das gerne mein eigenes Outdoor-Fitnessstudio. Aber der tägliche Umgang mit unseren Tieren gibt viel Kraft. Tiere sind ehrlich, handeln instinktiv und jedes hat seinen eigenen Charakter. Das ist wunderbar.

Zum Zweiten gibt es selten so viele Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen und seinen Arbeitsplatz nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten – ohne die Vorgaben eines Vorgesetzten.

Beitrag: Zu Gast bei den Innviertler Gauchos | Ausgabe April 2026. Erhältlich in den Filialen: BILLA, BILLA PLUS, SPAR, INTERSPAR

INTERVIEW: CHRISTINA KITTLER

Wir schätzen die Zusammenarbeit mit unseren Partnern, weil sie großen Wert auf Regionalität, Qualität und biologische Landwirtschaft legen. Besonders beeindruckt sind wir von der großen Leidenschaft und Liebe, mit der sie ihre Gerichte zubereiten, sowie der Wertschätzung, die sie unserem Produkt entgegenbringen.

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Natürlich vernetzt in direkter Umgebung.

„Wir achten auf unsere Lebensmittel, welche wir jeden Tag für euch verarbeiten dürfen. Deswegen haben wir uns mit unseren LieferantInnen aus der Umgebung vernetzt, um die beste Qualität für unsere Gäste auf den Teller bringen zu können. Sorgfalt und Respekt dem Produkt gegenüber wird bei allen Betrieben großgeschrieben.“

David Gattringer & Karl Gramberger, Restaurant MYC Ried

Das Bräu
Wir schreiben Genuss-Geschichte seit 1877

Unser Rezept im DAS BRÄU? Beste Zutaten, überlieferte Rezepte und ein Schuss Modernität! Unsere Küchencrew begeistert Sie stets mit neuen Kreationen. Seit 2018 wurde das Restaurant jährlich mit drei Gabeln, 91 Punkten vom Falstaff ausgezeichnet und ist im Gault-Millau seit 2019 mit 2 Hauben gelistet.